Orthoptik (Sehschule)

Was macht eigentlich eine Orthoptistin?

In unserer Augenklink Castrop-Rauxel arbeitet seit vielen Jahren die erfahrene Orthoptistin Frau Kirsten Steinbrink.

Der Beruf der Orthoptistin gehört zu der Gruppe der medizinischen Fachberufe im Gesundheitswesen. Sie arbeitet in orthoptischen Abteilungen von Augenkliniken oder Augenarztpraxen in enger Zusammenarbeit mit Augenärzten. Die Orthoptistin betreut Patienten aller Altersgruppen mit unterschiedlichen orthoptischen oder neuroophthalmologischen (nervlich bedingten) Krankheitsbildern, als Vorsorge Kinder im Säuglings- und Kleinkindalter. Ihre Aufgabe ist das Erkennen und Behandeln von Schielerkrankungen, Sehschwächen, Augenzittern und Augenbewegungsstörungen. Sie prüft das Sehvermögen, untersucht die Stellung der Augen und die beidäugige Zusammenarbeit.

Eine Schielstellung im Kleinkindalter führt unbehandelt zur Schwachsichtigkeit (Amblyopie) des schielenden Auges. Um dies zu verhindern muss baldmöglichst mit einer Okklusionstherapie (stundenweises Zukleben des guten Auges) begonnen werden. Eine Okklusionstherapie ist unter Umständen auch erforderlich bei einer Sehschwäche auf Grund einer Fehlsichtigkeit (Weit-/Kurz-Sichtigkeit, Hornhautverkrümmung). Ziel der Okklusionstherapie ist das Erreichen der vollen Sehschärfe für beide Augen. Generell gilt, je jünger das Kind, desto größer der Therapieerfolg.

Patienten mit v.a. Wahrnehmungsstörungen, Lese-/Rechtschreibschwäche, Sehstörungen sollten unbedingt eine augenärztliche und orthoptische Untersuchung erhalten. Eine Refraktionsbestimmung in Cycloplegie (Weitstellung der Pupille) ist unerlässlich. Sie deckt häufig eine latente Weitsichtigkeit auf, die mit einer Plus-Brille für die Nahtätigkeit Erleichterung und Entspannung bringen kann.

Erwachsene Patienten, die eine Orthoptistin aufsuchen, klagen häufig über Doppelbilder, deren Ursache z.B. eine Augenmuskellähmung sein kann. Hier wird die Augenstellung und die Augenbeweglichkeit geprüft, der Schielwinkel gemessen und ein Prismenausgleich durchgeführt, um im Gebrauchsblickfeld dem Patienten wieder binokulares Sehen zu ermöglichen.

Die Heterophorie (latentes Schielen) kann häufig zu Beschwerden bei Tätigkeit oder Bildschirmarbeit führen, mit Symptomen wie z.B. Kopfschmerzen, tanzenden Buchstaben, verschwommen- oder Doppelt sehen. Diese Schielform ist nur nachzuweisen, wenn mittels bestimmter Untersuchungsmethoden die beidäugige Zusammenarbeit der Augen unterbrochen wird. Eine spezielle Brille mit entlastenden Prismen kann zum Erhalt der Leistungsfähigkeit und zum Wohlbefinden beitragen.

Eine Augenmuskeloperation ist erforderlich bei großen Schielwinkeln zum Wiedererlangen des Einfachsehens, zum Erhalt des räumlichen Sehens oder aus rein kosmetischen Gründen. Deren Vorbereitung und Nachsorge gehört ebenfalls zum Aufgabengebiet der Orthoptistin, wobei der Patient von ihr und dem behandelnden Augenarzt über Chancen und Risiken eingehend aufgeklärt wird.